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Grillen Im Park

M: Christian Raake   T: Anett Levander

Der Homo - Grillanus, ist ´ne Art Primat
Lebt in großen Städten und bevölkert jeden Park
Ab April sieht man ihn mit seinem Grill auf allen Wiesen
Und er verkriecht sich erst, wenn Herbststürme die Saison beschließen
Dieser Homo - Grillanus grillt Wurst vom Aldimarkt
Dazu ißt er Fladenbrot mit Senf und Knoblauchquark
Der Körnerfresser unter ihnen grillt sich Aubergine
Und schmiert auf´s Dinkelbrot Pflanzenmargarine

Grillen Im Park
Wenn die Wildheit einen packt
Grillen Im Park
Das Animalisches erwacht
Grillen Im Park
Endlich Fressen ohne Maß
Der Neanderthaler grüßt
Und in den Büschen hat man Spaß

Sie leben wie im Paradies - Leben wie im Paradies - Leben wie im Paradies

Doch es wird verschwiegen, der Grillanus ist bedroht
Die Art steht unter Druck, die Umgangsformen sind verroht
Der Platzkampf tobt, wer verliert, der kann´s vergessen
Schleicht abgemagert rum und kriegt nichts ab vom Fressen
Die Kinder infizieren sich am frischen Hundekot
Der im Park herumliegt, trotz Hundekackverbot
Und wenn es in der Paarungszeit wie aus Kannen schüttet
Wälzen sie sich geil im Matsch, worauf die Grippe wütet

Grillen Im Park
Wenn die Wildheit einen packt ....

Der Grillanus findet´s urwüchsig am Grill herumzusitzen
Und inmitten der Natur sein Essen aufzuschlitzen
Er fühlt sich da als Jäger, hat ein Gnu zu Fall gebracht
Und sein Weibchen sammelt Löwenzahn, macht daraus Salat
"Die Population schrumpft bedrohlich" sagen Zoologen
"und aufgrund der Dezimierung sei´s nicht überzogen
Ernsthaft Artenschutz zu praktizieren -
Reservate anlegen, bevor alle krepieren"

Nun lebt der Homo - Grillanus in Vorortreservaten
Im Park herrscht Grillverbot, zum Schutze des Primaten
Die plattgelatsche Grasnarbe erholt sich tadellos
Ein Hund macht Gassi ins Gebüsch, ansonsten ist nichts los

Grillen im Park
Grillen im Park


© Levander & Greve 2004